Haben Sie mal die Uhrzeit? - Wenn Sie heute wissen möchten, wie spät es ist, schauen Sie wahrscheinlich auf Ihre Armbanduhr oder holen schnell das Handy aus der Hosentasche. Früher war das nicht so leicht. Da waren Uhren sehr teuer und Handys... naja, Sie wissen ja.
So war es in den alten Zeiten also nützlich, wenn man Uhren im Stadtbild hatte. Wie zum Beispiel hier den Oppenheimer Uhrturm. Der wurde 1843 auf den Überresten eines Wehrturms der mittelalterlichen Stadtbefestigung errichtet. Mit seinen 31 Metern überragt er die Oppenheimer Vorstadt und ist von vielen Seiten gut zu sehen.
Im Laufe der Jahrzehnte hatte der Turm allerdings nicht nur die Aufgabe, über die Tageszeit zu informieren! Er diente zwischenzeitlich auch als Beobachtungsturm zur Warnung vor Bränden oder Hochwasser im Rhein. Als Schlauchtrockenturm für die Feuerwehr und sogar als städtische Arrestzelle.
Die erste in dem Turm eingebaute Uhr wurde 1907 durch eine neue ersetzt, die noch heute funktioniert. Die Turmglocke wurde 1941 entfernt und eingeschmolzen, wie so viele Glocken im Zweiten Weltkrieg. 1953 und 1989 spendeten Oppenheimer Bürger aber zwei neue Glocken und das Gebäude wird heute von den "Freunden des Uhrturms zu Oppenheim am Rhein" gehegt und gepflegt.
Auf der Bilderschau oben auf dieser Seite sehen Sie übrigens auch den Vorgängerturm als Kupferstich. Das war der Zollturm - wegen seines hellen Kalksteins auch "Weißer Turm" genannt. Der stand hier schon um 1200 wurde aber, wie ganz Oppenheim, mehrfach zerstört und wieder auf- und umgebaut. Nur der gotische Türbogen hier unten stammt noch aus der Zeit um 1350.
So, wir werfen jetzt einen Blick auf die Uhr, verlieren keine Zeit und machen uns auf den Weg zur nächsten Station. Die Karte weiter unten auf der Website zeigt Ihnen, wo es lang geht.