Beispiel 2 - Nordelsheim

Es muss ein ungeheures Unwetter gewesen sein, das im Jahr 1516 über das mittelalterliche Undenheim und seine Nachbargemeinden hereinbrach. Nie zuvor hatten die Undenheimer solche Wassermassen vom Himmel stürzen sehen. Der Goldbach hier vor uns erhob sich – obwohl damals noch nicht begradigt – binnen kürzester Zeit aus seinem Bauchlauf. Die nahen Feuerlösch-Tümpel schwollen an zu großen Seen. Weinkeller standen unter Wasser. Die Straßen versanken im Morast.

Doch kaum ein Undenheimer ahnte die Katastrophe, die sich nur gut 10 Gehminuten vor hier im nahen Nordelsheim ereignete. Dort ging gerade ein ganzes Dorf mit Mann und Maus unter. Eine Sintflut mitten auf dem Land. Ein Kampf gegen die Elemente – den 45 Nordelsheimer verloren. Andere konnten sich – so heißt es – auf Scheunentoren schwimmend nach Undenheim retten. Ihr Dorf aber war verloren und wurde auch nie wieder aufgebaut. Die überlebenden Nordelsheimer siedelten in Undenheim an und vereinigten so beide Gemeinden.

Nichts ist übrig geblieben vom versunkenen Dorf Nordelsheim, das einst wie Undenheim aus einer fränkischen Siedlung entstanden war und 1064 erstmals urkundlich Erwähnung fand. Heute findet sich dort wo Nordelsheim einmal war ein Angelweiher, doch der schweigt wie ein Grab. Die Undenheimer aber erzählen sich noch heute von der großen Flut, die die Norldelsheimer nach Undenheim gebracht hat.